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RSSPrint

Gottesdienste

Musikalische Vesper

„Lob. Ehre. Weisheit. Dank.“

Sa, 8.7. 17 Uhr
St. Peter und Paul auf Nikolskoe
Nikolskoer Weg 17
14109 Berlin
Link zu Google Maps
Weitere Informationen zum Ort
BVG-Buslinie 218 bis Endstation "Pfaueninsel" + ca. 750 m Fußweg
Art der Veranstaltung / Kategorie
Konzerte/Theater/Musik
Aufgeführte Werke
Motetten von Johann Bach, Johann Michael Bach,
Georg Gottfried Wagner

Interpret(en)
Claudius Ensemble
Johannes Lienhart – Leitung

Zielgruppe
Alle Zielgruppen
Eintritt
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
Eingetragen von:
Ev. Kirche St. Peter und Paul
Nikolskoer Weg 17
14109 Berlin
http://www.kirche-nikolskoe.de kuesterei(at)kirche-nikolskoe.de
Tel: (030) 805 21 00
Kuesterei@kirche-nikolskoe.de

Seit April 2019 ist die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe wegen Sanierungsmaßnahmen bis voraussichtlich Juni 2020 geschlossen.

Gedanken zum Osterfest 2020 von Pfarrer i.R Helmut Kulla

 

 

Sehr geehrte, liebe Freundinnen und Freunde

von St. Peter und Paul auf Nikolskoe,

 

zu den beliebten Spielen meiner Kindheit gehörte das Versteckspiel. Einer von uns musste sich mit geschlossenen Augen vor einen Zaunpfeiler stellen: „Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein. Vor mir, hinter mir, über mir, unter mir, neben mir, gibt es nicht. Ich komme!“ Diese Worte schufen den Zeitraum für die anderen, sich ein möglichst sicheres Versteck zu suchen. War eben noch heftiges Hasten und Wispern zu hören, herrschte nun eine gespannte Stille während sich der Rufer auf die Suche machte.

Hatte sie oder er einen von uns ausgemacht, folgte heftiges Rennen. Wenn der aus dem Versteck als erster den Zaunpfeiler erreichte, schlug er mit der Hand daran und rief laut: „Frei!“. Das war das Ziel des ganzen Spiels. Nach Entdeckung und schnellem Lauf am Ende siegreich und befreit ausrufen zu können: „Freiiii!“.

Damals habe ich mich immer gewundert, warum ein x-beliebiger Zaunpfeiler während des Spiels „Eckstein“ heißt. Nur des Reimes wegen?

Als mir das erste Mal das Psalmwort vom Eckstein begegnete, habe ich nicht gleich an unser Kinderspiel gedacht. Dem war ich doch längst entwachsen. Erst viel später habe ich begriffen, was wir da in aller kindlichen Unschuld gespielt haben. Befreiung: „ich werde frei!“

Wie oft hat mich diese Gewissheit getragen! Besonders in schwierigen Lebenssituationen.

Wie gern auch würden wir das in und nach diesen Tagen ausrufen, die uns das Corona-Virus in unserer Freiheit begrenzt. Zu unserem Schutz sind wir aufgerufen, auch nach dem 5. bis vorläufig zum 19. April in unseren Wohnungen zu bleiben und nur noch dringend nötige Wege einzeln oder maximal zu zweit zu gehen. Dass wir deshalb auch unsere Gottesdienste nicht feiern können, trifft uns schwer. Wie gern hätte ich mit Ihnen den Ostermorgen auf Nikolskoe gefeiert. Der Weg durch den dunklen Wald. Das erste Licht der aufgehenden Sonne und am Osterleuchter. Die ersten Worte: „Der Herr ist auferstanden!“ und die gemeinsame Antwort: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“. Mit Trompetenschall und lebendigem, kräftigem Gesang von „Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.“ die Todesnacht überwunden.

Das alles wird uns fehlen in diesem Jahr, da die Bauleute dabei sind, in und an unserer Kirche St. Peter und Paul zu arbeiten (ob mancher von ihnen dabei auch an den Eckstein denken wird?). Wir freuen uns schon sehr darauf, wieder in die Kirche einziehen zu können.

Bis dahin bleibt sie „versteckt“ und will (wieder-)gefunden werden um dieses Rufes willen: „Frei!“.

 

So lasst uns auch dieses Jahr Ostern feiern in dem Bewusstsein, dass wir als Befreite leben dürfen. Manchmal muss man und frau danach suchen (wie die Kinder nach den Ostereiern), um das Leben (wieder) zu entdecken. Wir dürfen aber gewiss sein:

 

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Psalm 118,22-23

 

Es grüßt Sie

Ihr Pfarrer Helmut Kulla

 


 

Letzte Änderung am: 10.07.2020