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RSSPrint

Gottesdienste

Musikalische Vesper

Violine und Cembalo

Sa, 15.7. 17 Uhr
St. Peter und Paul auf Nikolskoe
Nikolskoer Weg 17
14109 Berlin
Link zu Google Maps
Weitere Informationen zum Ort
BVG-Buslinie 218 bis Endstation "Pfaueninsel" + ca. 750 m Fußweg
Art der Veranstaltung / Kategorie
Konzerte/Theater/Musik
Aufgeführte Werke
Werke von J. S. Bach, H.I.F. Biber, G. Tartini
Interpret(en)
Duo Rosario
Sophie Tangermann – Violine
Pawel Poplawski – Cembalo

Zielgruppe
Alle Zielgruppen
Eintritt
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
Eingetragen von:
Ev. Kirche St. Peter und Paul
Nikolskoer Weg 17
14109 Berlin
kuesterei(at)kirche-nikolskoe.de
Tel: (030) 805 21 00 (Mittwoch und Freitag 11 - 16 Uhr)
Kuesterei@kirche-nikolskoe.de

Ab dem 23. April 2019 ist die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe wegen Sanierungsmaßnahmen bis voraussichtlich März 2020 geschlossen.

Predigt zum Heilig Abend von Pfarrer i.R Helmut Kulla

 Predigttext: Hesekiel 37,27


Und  mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und danach tun. Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen für immer, und mein Knecht David soll für immer ihr Fürst sein. Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein. Und ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum soll unter ihnen sein für immer.

Meine Wohnung soll unter ihnen sein, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein,

damit auch die Völker erfahren, dass ich der Herr bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum für immer unter ihnen sein wird.

 

 

 

 

Wer sich auf den Weg macht, der kann was erleben!

Die Weihnachtsgeschichte selbst ist voller Bewegung.

In den Füßen aber auch im Herzen.

Sie trifft auf lebendige, sehnsüchtige Erwartungen.

Gott hat seinem Volk durch den Propheten Hesekiel verkündigen lassen: „Ich will bei euch wohnen!“

Die Leute haben sich Gedanken gemacht, wie das wohl gehen soll.

Als er sich dann auf den Weg macht, gerät alles in Bewegung:

·      Josef und Maria machen sich auf den langen, beschwerlichen Weg von Nazareth nach Bethlehem.

·      Ihr Kind ist auch - wie man so sagt - unterwegs.

·      Der Engel macht sich auf den Weg, um den Hirten die frohe Botschaft zu bringen: „Euch ist heute der Heiland geboren“.

·      Ein ganzer Engelchor folgt ihm und jubelt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“.

·      Das bringt wiederum die Hirten auf die Beine: Lasst uns nun gehen … und die Geschichte sehen, … die uns der Herr kundgetan hat“.

·      Von den Königen haben wir noch gar nichts gehört. Aber auch sie sind unterwegs und folgen dem Stern, der von einem neugeborenen König in Judäa kündet.

Alles ist in Bewegung: Lasst uns nun gehen … und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“

·      „Maria aber behielt alle diese Worte“, die von ihrem Kinde gesagt waren, „und bewegte sie in ihrem Herzen“.

·      Und auch wir sind bewegt. Wir haben uns auf den Weg in die Kirche gemacht, um all das zu feiern und wie Maria  in unserem Herzen zu bewegen. Damit es Weihnachten bei uns werde!

Weihnachten: Gott will bei uns wohnen und alle geraten in Bewegung!

 

Eigentlich werden die großen Bewegungen in anderen Orten, den großen Machtzentren der Welt: New York, Peking, Moskau u.a. ausgelöst. Dort fallen die Entscheidungen, die das Leben von unendlich vielen Menschen beeinflussen, zum Guten wie zum Schlechten. Was wohl in der Summe überwiegt?

Heute ist das ganz anders.

Gott kommt!

ER kommt zu uns.

So ganz anders.

Wenn der Allerhöchste zu seinen Menschen kommt um bei ihnen zu sein, dann ereignet sich das nicht in einem großartigen Rahmen.

Gut, den Engel mit himmlischem Chor haben wir gehört. Aber das Ganze über Hirten und Herde, über einer nächtlicher Weide da draußen?

Und wo liegt eigentlich Bethlehem?

Wir ahnen schon, dass Gott ganz anders zu uns kommen möchte als wir es ahnen oder oft auch wahrhaben wollen.

Selbst die Kirche hat lange gebraucht, das in seiner Tiefe wirklich zu verstehen: „Gott wird Mensch dir Mensch zugute“.

 

So müssen wir auch hören: nicht jeder Weg, der da in dieser ganzen Bewegung gegangen wird, führt zum schnellen, leichten Erfolg.

·      Den Eltern Jesu bleibt nach tagelanger Wanderschaft nur ein Stall.

·      Das göttliche Kind kommt in dem Stall zur Welt und anstelle einer reich geschmückten Wiege in eine Futterkrippe gelegt, „denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge“.

·      Die Könige folgen mehr ihrem inneren, erhabenen Bild als dem Stern und landen am Jerusalemer Königshof, was zu großer Irritation führt, denn dort war kein Nachfolger geboren worden. Zwar weist man ihnen den Weg. Aber der machtbesessene König Herodes befiehlt die Verfolgung Jesu. Das treibt die Eltern mit ihrem Gotteskind zur Flucht.

 

Gott will bei uns wohnen - und bekommt doch gleich am Anfang am eigenen Leibe zu spüren, unter welchen Spannungen seine Menschen leben unter denen viele auch leiden. Gott kommt, aber er kommt, um mit den Menschen, die seiner Hilfe bedürfen ihre Wege zu gehen und damit bei ihnen zu wohnen.

 

(Überhaupt: das Stichwort Wohnen!  althochdeutsch wonen: "zufrieden sein", "sein", und "bleiben")

Wohnen, das ist wieder zu einem großen Thema geworden. Die Diskussionen darum zeigen etwas vom gegenwärtigen Spannungsfeld auf. Zufriedenheit sieht jedenfalls anders aus.)

 

Gott will bei uns wohnen. Das führt Jesus zu den Schwachen in der Gesellschaft. Er blendet dieses Kapitel nicht aus sondern rückt es in den Mittelpunkt seines und unseres Interesses.

Heute wissen wir, das gilt: egal welcher Rasse oder Klasse, gleich welcher Herkunft oder Ausstattung. Alle sind Gottes Geschöpfe. Er kommt zu uns und wir kommen ihm und erfahren: Gott hilft; Hosianna. Dass das den Mächtigen ein Dorn im Auge ist, erfahren wir schon aus der Bibel.

Sie führen für Jesus den Karfreitag herbei und ahnen doch nichts von dem darauf folgenden göttlichen Osterwunder. Aber vom  Ende her verstehen wir den Anfang.

Jesu Weg auf die Erde und wieder zu Gott, das wirft ein Licht zurück auf seine Geburt: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids!“

Das ist Weihnachten!

 

Dazu öffnet Gott uns die Augen und auch den Himmel. Jesus sagt: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!“

So dürfen wir das Wunder der Weihnacht schauen.

 

Gott will bei uns wohnen.

Mit Weihnachten macht er einen Anfang.

Das macht es zu einem Fest für uns.

Ein bisschen Rührung darf auch dabei sein.

Die Kinder reinen Herzens entfalten ihre Sehnsucht. Wir Älteren holen unsere Erinnerungen an die eigene Kindheit, an Träume, Wünsche hervor.

Die Kinder schreiben ihre Wunschzettel und hoffen sehr, dass in Erfüllung geht, was ihr Herz begehrt. Ich habe noch die hellen Stimmen auf dem Weihnachtsmarkt im Ohr, die voll glühendem Eifer beschreiben, wie schön das alles werden wird.

Das Fest trägt das alles. Das Weihnachtsfest trägt uns alle.

Ich wünsche Ihnen allen:

Eine frohe und gesegnete Weihnacht!

Letzte Änderung am: 26.12.2019